Brotbacken im mittelalterlichen Steinbackofen

Heute wie auch im Mittelalter stellt das „tägliche Brot“ eine wichtige Lebensgrundlage dar. Kaum nachvollziehbar sind für uns heute die Mühen, die mit dem Anbau und dem Mahlen des Getreides, der Herstellung des Teigs und der fertigen Brote verbunden waren. Bedingt durch den Anbau wenig kultivierter Getreidesorten, z. B. Einkorn, und die gebräuchliche Dreifelderwirtschaft, waren die Erträge sehr gering. Durch das Mahlen auf einfachen steinernen Handmühlen wurde das Mehl stark mit Steinstaub durchsetzt, was langfristig zur Schädigung der Zähne führte. Das Backen an sich war begleitet vom langwierigen Anfeuern des Ofens und der recht schwierigen Kontrolle von Backtemperatur und Backzeit.

In den Monaten Mai bis September steht uns bei schönem Wetter im Wirtschaftshof des Klosters ein Kugelbackofen nach mittelalterlichem Vorbild zur Verfügung. Er wird mit Holz beheizt. Während der ca. zweistündigen Aufheizphase können unsere Gäste aus selbstgemahlenem Mehl, Kräutern und weiteren Zutaten einen Teig herstellen, der später zu kleinen Brötchen oder Fladen geformt bei hoher Temperatur gebacken wird. Außerdem bleibt genug Zeit für eine Führung durch Museum und Kloster und das Herstellen einer (Kräuter-)butter im hölzernen Butterfass.

Das Brotbacken lässt zumindest einen Teil dieser Mühen erfahrbar werden. Sei es, dass das Feuer im Ofen ständig bewacht werden muss, um gegebenenfalls rechtzeitig neue Nahrung zu bekommen, oder, dass beim Mehlmahlen und der Teigherstellung darauf zu achten ist, dass nichts von den wertvollen Zutaten unnötig verschwendet wird. Ergänzt wird das Backen durch das Herstellen von selbstgestampfter (Kräuter-)butter. Die dazu benötigten Kräuter werden natürlich in den eigenen Kräutergärten gepflückt. Da nicht alle Pflanzen als Würzmittel für die Zubereitung von Nahrungsmitteln geeignet sind, beschäftigen wir uns auch etwas genauer mit den Kräutern, um eine geeignete Auswahl zu treffen.

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