Ohne Latein ging es nicht

Dieses Angebot beschränkt sich auf den altsprachlichen Unterricht. Für Lateinanfänger bieten wir eine unterhaltsame Einführung mit Leseversuchen aus Repliken alter Handschriften zum Thema „Von der Handschrift zum Schulbuch“ (gut kombinierbar mit eigenen Schreibversuchen!). Fortgeschrittene Lateiner können sich anhand vom Lehrer auszuwählender Textpassagen mit den Methoden und Techniken textkritischen Arbeitens ebenso eingehend befassen wie auch mit den unterschiedlichen Schriftsystemen und Schreibstilen von der Spätantike bis zum Beginn der Neuzeit. Folgende Texte sind (zum Teil fragmentarisch!) aus Lorscher Handschriften zu erarbeiten: Cicero, De finibus bonorum et malorum, De inventione, Briefe, De natura deorum; Curtius, Historia Alexandri; Livius XLI - XLV; Plinius, Historia Naturalis (I - XVII); Seneca, Briefe, Tragödien, De beneficiis, De clementia; Sallust, bellum Iugurthinum, bellum Catilinarium; Vergil, Gesamtwerk. Nur zu Vergil lassen sich Vergleiche zu Textpassagen aus mehreren Überlieferungsträgern anbieten. Attraktiv sind auch die vier Evangelien mit dem Vorwort des Heiligen Hieronymus (Plures fuisse), Passagen aus dem Vorwort zum Lorscher Arzneibuch und aus Einhards Biographie Karls des Großen.

Gearbeitet wird mit teilweise farbigen, in der Regel aber einfachen Kopien aus Handschriften des 6. bis 16. Jahrhunderts, die alle in der Lorscher Klosterbibliothek vorhanden waren und teilweise auch in Lorsch geschrieben worden sind. Die mikroverfilmte Bibliothek bietet Vergilhandschriften aus verschiedenen Jahrhunderten. An diesen Texten können Lese-, Transkriptions- und Übersetzungsübungen erprobt werden, der textkritische Vergleich bietet sich ebenso an wie die selbständige Erarbeitung von Schriftmerkmalen mit Hilfe einfacher Kopierversuche.

Abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen sind alle im Kloster gesammelten Bücher und Archivalien in der Kultsprache Latein abgefaßt. Jeder Mönch mußte zumindest die für den liturgischen Bedarf notwendigen Grundkenntnisse dieser Sprache erwerben, weiter Fortgeschrittene konnten die Werke der Klassiker lesen, der Kirchenväter und der zeitgenössischen Autoren. Eine besondere Rolle spielte Lorsch für die Überlieferung antiker Autoren, darunter einige, die auch heute noch im altsprachlichen Unterricht häufig und gern gelesen werden. Dazu gehört auch Vergils Gesamtwerk, das über die Jahrhunderte klösterlicher Geschichte immer wieder abgeschrieben worden ist.

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