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O wie schwer ist das Schreiben...
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O wie schwer ist das Schreiben: Es trübt die Augen, quetscht die Nieren und bringt zugleich allen Gliedern Qual! Drei Finger schreiben, der ganze Körper leidet - so klagt ein Schreiber im achten Jahrhundert. Nur sehr wenige Menschen, meist Mönche und Kleriker, beherrschten damals diese hohe Kunst, die auf eine Vielzahl von Bedingungen und Vorbereitungen angewiesen war. Ein weiterer Aspekt ist die Entwicklung der Schrift von der Antike bis in die Neuzeit. Die karolingische Minuskel war eines der bedeutendsten Schriftsysteme und wirkte in zahlreichen Sonderformen bis zur gotischen Schrift. An Orten wie beispielsweise Lorsch, wo es sehr bedeutende Schreibstuben (Skriptorien) gab, bildeten sich regionale Schreibstile heraus, die modernen Gelehrten ermöglichen, die jeweiligen Schriften nicht nur zu datieren, sondern sie auch bestimmten Orten zuzuweisen.
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Tinte und Farben werden nach Rezepturen aus dem Mittelalter hergestellt. Es kann mit echten Gänsefedern auf Elefantenhautpapier geschrieben werden. Wir erklären, wie man aus Galläpfeln, Ruß oder Schlehenrinden Tinte gemacht hat. Für die Farbherstellung verwenden wir Mineral- und Erdfarben, die im Mörser zu feinem Pulver zerstoßen, mit Eiklar gebunden und für die Gestaltung einer Initiale verwendet werden können. In unserem Skriptorium entstehen so beispielsweise individuell gestaltete Urkunden. Bei der Auswahl der abzuschreibenden Texte gibt es eine Fülle von Möglichkeiten aus Lorscher Handschriften: Rezepte aus dem Lorscher Arzneibuch, Schenkungsurkunden frei nach dem Lorscher Codex oder der Anfang des Johannesevangeliars, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Das Thema Schreiben lässt sich mit fast allen anderen Themen mühelos verbinden und ist für alle Alters- und Begabungsstufen gut geeignet. Nur eben: Schreiben und Lesen müsste man können...
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Schreiben war eine mühevolle Tätigkeit: Allein die Zubereitung der Materialien (Pergament, Papier, Feder- und Rohrkiele, Herstellung der Tinten, Pigmente und Bindemittel) bedurfte gut geplanter Vorbereitungen. Auch wenn unsere Gäste jeweils nur mit den Endprodukten der Vorbereitungsphase Bekanntschaft machen, wird ihnen doch klar, warum früher das Konzept erst einmal auf eine Wachstafel geritzt wurde, bevor man mit dem Gänsekiel auf kostbares Pergament schrieb, warum erst der Text einer Buchseite geschrieben sein musste, bevor eine aufwendige Initiale gestaltet werden konnte. Anhand ausgewählter Beispiele Lorscher Buchkunst in Form hochwertiger Faksimilia und nach ersten Erfahrungen mit den Grundlagen des Schreibens wie im Mittelalter wird schnell begreiflich, wie mühsam selbst die Herstellung schmuckloser Bücher war und welch kostbaren Schatz schon eine kleine Bibliothek darstellte!
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