Felder, Wiesen & Gärten

Auch die Felder und Wiesen in Lauresham sind Teil experimentalarchäologischer Langzeitstudien. So soll beispielsweise nachvollzogen werden, wie die für das Frühmittelalter bereits belegten Wölbacker im Detail entstanden sind und welche Vor- und Nachteile dieser Feldtyp mit sich brachte. Ihr charakteristisches Aussehen erhalten die Wölbäcker durch den von Ochsen gezogenen Beetpflug, durch den aufgrund des mühsamen Wendens mit dem Gespannvieh auch die Langflur entstand, da hier weniger häufig gewendet werden muss. Diese löste nach und nach die auch in Lauresham zu sehende Blockflur ab, welche mit dem Hackenpflug gepflügt wurde. Für größtmögliche Authentizität beim Bestellen der Äcker sorgen traditionelle Geräte und die Ochsen David und Darius, die als Zugtiere eingesetzt werden. Darüber hinaus ist insbesondere im Sommer die ökologisch wertvolle Pflanzenvielfalt der mittelalterlichen Felder und Wiesen zu sehen, da diese im Gegensatz zu heutigen Ackerflächen von Wildkräutern und -blumen durchsetzt waren.
Die Felder in Lauresham werden im Zyklus der Dreifelderwirtschaft bestellt. Dabei wird auf einem Feld das Wintergetreide ausgesät, auf einem anderen das Sommergetreide und das dritte Feld liegt brach. Nach der Ernte des Sommergetreides liegt das Feld immer bis zum nächsten Jahr brach und wird dann wieder mit Wintergetreide bestellt.
Wintergetreide sind im Allgemeinen die wertvollen Brotgetreide Roggen, Dinkel und Weizen, an denen die Grundherren besonderes Interesse hatten, wie durch schriftliche Quellen belegt ist; als Sommergetreide wurde Gerste und Hafer angebaut.
Auf unseren Feldern werden für Süddeutschland regionalspezifische Getreidesorten wie die Weizenarten Dinkel und Emmer als Sommergetreide angebaut. Wintergetreide sind Hafer aber auch Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und Lupine.
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